Dienstag, 23. September 2014

Transition.






Ich befinde mich gerade in diesem merkwürdigen Zwischenzustand. 

Zwischen Studium und Job.
Zwischen WG-Leben und Zusammen ziehen.
Zwischen jung sein und erwachsen werden.
Zwischen prokrastinieren und promovieren.
Zwischen verarmen und Geld verdienen.
Zwischen lachen und weinen.
Zwischen weitermachen und neu anfangen.

Und es bumst meinen Kopf, so sehr. Alles verändert sich auf einmal, alles. Und ich weiß, ich sollte ekstatisch sein. Nach 6 Jahren Fernliebe scheint das Zusammenleben zum Greifen nah. Eine eigene Wohnung statt einem eigenen Zimmer. Nie wieder Kreuzchen machen und stattdessen endlich eine richtige Ärztin werden. Nach Hause kommen und für zwei Kochen. Immer jemanden neben mir liegen haben, wenn ich schlafe. 

Ich wollte das alles die ganze Zeit schon.

Aber noch bin ich nicht angekommen. Noch sitze ich jeden Tag vorm PC und schreibe mit Maklern, denen ich demnächst einen Riesenberg Geld in die Rachen werfen werde, und vereinbare Besichtigungstermine, zu denen ich alleine gehe, weil du arbeitest. Noch vereinbare ich Termine mit Fotografen, nur um am Tag des Bewerbungsfoto-Shootings festzustellen, dass ich einen riiiiiesigen Pickel mitten im Gesicht habe und- fuck photoshop, das geht so einfach nicht. Noch komme ich nicht dazu zu promovieren, vor lauter Studentenbüro und Promotionsamt und Wohnungsbesichtigung und Erledigungen und A B C D E. Noch treffe ich mich mit allerlei Leuten, bei denen oder bei mir, und denke, man, bald wird das alles so anders sein. 

Und noch weiß ich nicht, was mit mir los ist. Vielleicht werde ich es nie rausfinden, aber heute kann ich dir noch nicht erklären, warum ich an Dinge denke, die vor 3 Jahren passiert sind, und daran, dass dieser Makel nie verschwinden wird, und daran, dass JETZT der Moment des perfekten Neustarts wäre, wärst da nicht du, sondern nur er, und wärst du nicht so wunderbar, dass ich dich immer noch liebe, trotz allem, trotz 2011. Noch verstehe ich nicht warum zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust.

Die einfachste Erklärung wäre wohl, dass ich alles will, Liebe und Aufregung und Alt und Neu und am besten gleichzeitig, für immer. Dass ich egoistisch bin und mich weigere, eine Entscheidung zu fällen, immer mit der Entschuldigung auf der Hinterhand, DU BIST DOCH SCHULD DASS ICH SO GEWORDEN BIN. 

Was Emmy gesagt hat. I was only a baby / now I am what you made me.

Verdammter Mist.


Sonntag, 17. August 2014

Tremakassi.

Ich bin mal wieder zurück, diesmal aus Indonesien! Hach, es war so wundervoll. Und es ist mindestens genauso wundervoll wieder daheim zu sein und von der Familie bestätigt zu bekommen, dass man noch nie so braungebrannt und blond war wie gerade (HA! Jahrzehnte habe ich darauf gewartet!!). Nach ein paar Tagen Hardcore Bilder sortieren und bearbeiten und mit ein bisschen Abstand auf meine fünfeinhalb Wochen Herumgereise in Südostasien bin ich nun auch bereit für einen weiteren Beitrag in der Sparte „Lucies semiinformative Reiseberichte“. Ich hoffe, euch gefällt‘s! Und falls einer von euch ähnliches plant und genauere Fragen zu meinem Urlaub hat, seid ihr jederzeit herzlich dazu eingeladen mich auszuquetschen. Ich helfe ja immer gerne ;)

Los geht’s!

Pura Ulun Danu Bratan
Borobudur / Wassertempel (Yogyakarta)
Reisterrassen in Zentral-Bali

*Man kann es nur immer wieder wiederholen: Vertraue keinem asiatischen Busfahrplan. Stelle dich stattdessen auf Wartezeiten von bis zu 7h ein.
*Nirgends kann man sich so toll vegetarisch ernähren wie in Indonesien. Tofu, Tempe, Gado Gado, Urap Urap, Nasi Goreng, Nasi Campur…hmmm. Ich muss dringend online Tempe bestellen, ich bin süchtig nach dem Zeug!
*Gesichtssonnencreme verhindert zwar nicht das Urlaubs-Pickelgesicht, aber sie reduziert es wenigstens ein bisschen…und Faktor 50 ist das absolute Minimum!
*Ramadan ist wirklich. Verdammt. Anstrengend. Für alle. Selten hab ich so viele Leute am Steuer oder überall sonst einschlafen sehen wie während des Fastenmonats.
*Man ist zu erstaunlichen Leistungen fähig, wenn man sich vorher nicht allzu genau informiert. Zum Beispiel dazu, auf einen 3700m hohen Vulkan zu steigen, ohne vorher jemals ordentlich Bergsteigen gewesen zu sein. (Es hat sich SOWAS von gelohnt!)
*Wer braucht schon Duschen, wenn man stattdessen im Meer baden kann! Dachte ich mir vor unserem 4-tägigen Bootstrip ohne Süßwasser. Am 4 Tag war die Dusche dann doch ein beinahe orgiastisches Erlebnis :)
*Komodowarane können dich mit ihrem Schwanz erschlagen, 20km/h schnell werden und dich mit ihrem Biss vergiften, sodass sie deine Leiche drei Tage später aufessen können. Daher empfiehlt es sich, sich den Tierchen nicht zu nähern und erfahrene Guides bei sich zu haben, die dich im Notfall erretten können. Beunruhigenderweise gedenken sie dies mit einem lächerlichen Holzstock mit drei stumpfen Enden zu tun. Na dann. Alles klar.





Prambanan (Yogyakarta)

Gunung Bromo (Java)
Gunung Bromo (Java)

*Es gibt kaum was Faszinierenderes, als sich ein Stückchen Meer mit einem riesigen Manta zu teilen. Unfassbar toll war das.
*Sich als Tourist über die Massen von Touristen aufzuregen, ist ganz schön lächerlich.
*Nervige Touristen gibt’s trotzdem viele. Führend in der Bestenliste sind eindeutig die Franzosen. Die spinnen alle, die Franzosen.
*Asiatische Touristen hingegen sind eine hochinteressante Spezies. Der Großteil wirkt wie eine äußerst lebensferne Gattung, die Mountbiking-Touren bucht, ohne vorher jemals auf einem Fahrrad gesessen zu haben. Oder Schnorcheltrips auf Booten, ohne schwimmen zu können. Außerdem gehen sie gerne in ihrer typischen Scheitel-bis-Fußsohle-Kluft (braun werden mögen die ja gar nicht) und mit den größten Spiegelreflexkameras der Welt bewaffnet in die tosende Brandung und wundern sich dann über die Tatsache, dass Wellen immer wieder in verschiedenen Höhen und Längen eintreffen und durchaus dazu in der Lage sind, einen Menschen umzuwerfen oder ihm die Kamera aus der Hand zu schwemmen. Begleitet werden solche Reiseerfahrungen dann von lautem Gelächter und Gekreische. Ich habe ganze Strandnachmittage damit verbracht, asiatischen Touristen beim Urlaubmachen zuzugucken :)


Komodo National Park (Flores)
Gunung Rinjani (Lombok)

*Als über 1,80m große, blonde Frau nutzen dir in muslimischen Ländern auch lange Hosen und Oberteile nichts. Mit dem Angestarrt-und-heimlich-fotografiert-werden muss man klarkommen, sonst ist man innerhalb kürzester Zeit entnervt.
*Trotzdem: Auf unserer gesamten Reise haben wir nur eine einzige richtig unangenehme Erfahrung mit den Einwohnern gemacht. Alle anderen Indonesier waren unfassbar nett, hilfsbereit und freundlich. So freundlich, dass man sich seines Misstrauens immer wieder schämen musste.
*Je näher an Kuta, desto teurer wird alles und desto weniger lassen die Händler mit sich reden. Australische Touristen scheinen das Geld etwas lockerer stecken zu haben…
*Die Landschaft! Die Natur! Java, Bali, Lombok, Flores: Alles hat uns regelmäßig aus den Schuhen gehauen. Wunder-wunderschön.
*Keiner glaubt zwei Mittzwanziger-Mädels in Urlaubsklamotten, dass sie richtige Ärztinnen sind. KEINER. Auch nicht, wenn sie gerade von ner Leiter gefallen und sich möglicherweise den Arm gebrochen haben. Keine Chance. Ergo: So ein weißer Kittel ist ein machtvolles Accessoire :)

Gunung Rinjani (Lombok)


Zentral-Bali

Gunung Kawi (Bali)
*Niemals lernst du Menschen so gut und umfassend kennen wie in einem gemeinsamen Urlaub. Ob das immer so positiv ist, ist die andere Frage.
*Man kann im Urlaub tatsächlich sehr nette neue Leute kennenlernen! Sogar ohne zu saufen.
*Vom Saufen kann man in Indonesien blind werden. Deshalb empfiehlt es sich, aufs gute Bintang-Bier zurückzugreifen…oder den ganzen Tag fruit juices zu trinken (meine Vorgehensweise)
*Es lohnt sich, eine Kamera pro Person mitzunehmen. Meine Reisebegleitung hat ihre Kamera nämlich verloren. Und wäre ich nicht so ein Knips-Suchti, hätten wir Fotos von 50% unserer Reise verloren.
*Yoga macht irre viel Spaß und ist tierisch schweißtreibend! Und: Ich habe mal überhaupt keine Armmuskeln. Nada.
*Die meisten Leute können echt nicht gut schwimmen.
*Mein Urlaubsschlafrhythmus ähnelt dem eines Rentners: Im Bett um 10, wieder draußen um 6. Keine Ahnung woran das liegt…
*Asiatische Großstädte können mich irgendwie nie so richtig überzeugen. Umso toller: Ubud, Amed und Nusa Lembongan.

Opfergaben im Tempel
Pura Tirta Empul (Bali)
*Auch auf den Gilis kann man sich entspannen! Obwohl jeder Reiseführer ganz laut PARTYTOURISMUS schreit. Es ist so schön da! Das kann man sich deswegen nicht entgehen lassen.
*Mediziner in Asien zu sein führt dazu, dass man sich zwar genauso verhält wie alle anderen (Mückenschutz und –netz), oder sogar ein bisschen leichtsinniger (wie haben keine Malaria-Prophylaxe eingenommen, im Gegensatz zu den meisten anderen Europäern), aber währenddessen viel mehr Angst vor schrecklichen Tropenkrankheiten hat. Mir ist nicht gut- MALARIA! Ich krieg Kopfweh- DENGUE-FIEBER! Ich bekomme Durchfall- PARASITEN!! (Nichts davon ist eingetreten, natürlich.)
*Ich habs echt nicht so mit Affen. Die sehen aus wie kleine Menschen, nehmen dir dein Zeug weg und wenn du dich wehrst, beißen sie dich und du musst Angst vor TOLLWUT haben.
*Wenn ich mich verletze, dann nicht dort, wo man es erwartet. Statt mir die Knochen beim Bergsteigen oder Surfen zu brechen, habe ich mir deshalb alle Blutergüsse und offene Wunden im Haushalt oder beim Gehen geholt. Elegant wie ein Schwan…
*Auf Bali gibt’s überall so leckeren Kuchen! Während andere Touristen nach einiger Zeit Lust auf Pizza und Burger bekommen, habe ich die ganze Zeit nur noch von Torte geträumt…und wegen des tollen Angebots auch viel davon gegessen, hust hust

Gili Air

Gili Air

Tanah Lot (Bali)
*Es gibt Menschen, die können 12h am Tag durchquatschen. Während sie eine Trekkingtour machen. Ohne Punkt und Komma. Mit zwei davon war ich auf dem Rinjani. Ich dachte schon an Tag 1, ich muss jetzt auch tagsüber Oropax tragen…(es waren übrigens 2 Männer! Tod den Geschlechterklischees…)
*Ich liebe liebe LIEBE mein kindle. Hach. Das beste Geburtstagsgeschenk seit langem!
*Vulkanasche brennt in den Bronchien. Und wenn man sich hinterher die Nase putzt, kommt da schwarzes Zeug raus. Sorry, liebe Lungen!
*Ich werde vom Urlaub definitiv nicht hübscher. Derzeit sehe ich aus wie ein braungebrannter, geschundener Teenager mit Hormonproblemen- egal!
*Fünfeinhalb Wochen ohne eine Spur Makeup. Es ist doch auch ein cooles Gefühl, wenn man sich ab und zu brutal und ohne Rücksicht auf Verluste die Augen reiben kann.
*Schlafen auf 5cm dicken Matten auf Holzbooten bei starkem Seegang- ich kann das. Aber nach 4 Tagen schwankt auch das Festland und ich fühle mich wie nach nem dreifachen Bandscheibenvorfall…
*Was ich essenstechnisch am allermeisten vermisst habe: Mein Müsli-Frühstück von zu Hause!


Uluwatu Tempel (Bali)




*Reisen ist großartig und macht unglaublich viel Spaß- aber wieder nach Hause zu kommen wird davon nicht übertroffen. Ich liebe meine Familie, meine Freunde und meine Heimat einfach. Und ich werde mir langsam darüber bewusst, was für ein Privileg das eigentlich ist.
*Keine Angst vor Reisen ohne Vorbuchungen in ferne Länder: Meiner Erfahrung zufolge ist das IMMER so viel einfacher, als man es sich hätte erträumen können. Einfach ausprobieren, es lohnt sich!
*Immer schön andere Touristen nach Tipps fragen, da entdeckt man regelmäßig noch richtige Juwelen!
*Unterschätze niemals den Preis des Telefonierens in einem fernen Reiseland. Niemals.
*Fernbeziehungen bereiten einen gut auf Urlaubsfunkstille vor. Und wenn man sich trotzdem nahe sein will: Tagebuch schreiben und am Ende an den Liebsten verschenken! Dann ist er auch ein bisschen dabeigewesen :)

Sonntag, 29. Juni 2014

Obrigada, Portugal.

Hier bin ich wieder, mehr oder weniger heil zurückgekehrt aus Urlaub Nummer 1, Portugal. Und es war so wunderwunderschön dort! Und wir hatten so gutes Wetter! Und ich wäre gern nochmal 2 Wochen geblieben! Und hätte gerne noch viel mehr Fisch gegessen und Portwein getrunken und und und...aber ich sollte mal nicht zu viel jammern, schließlich geht es in ein paar Tagen schon los zu Urlaub Nummer 2. Deshalb habe ich jetzt auch besonders fix die Fotos gesichtet und für euch eine kleine Kollektion zusammengestellt, damit ihr euren nächsten Sommerurlaub schon mal vorplanen könnt :) Wie gewohnt garniert mit meinen äußerst überraschenden Urlaubserkenntnissen. Viel Spaß.

Praia do Paraiso- Carvoeiro
Gerês/Serra da Estrela
Nationalpark Peneda-Gerês

* Als Paar streitet man sich ja schon mal. Im Urlaub streitet man sich tendentiell häufiger, dafür aber über noch unnötigere Dinge als sonst.
* Das Meer vor Portugal ist nicht zu unterschätzen. Im einen Moment sitzt man in der Brandung, im nächsten kugelt man quer über einen Felsen...
* Britische Touristen haben die eindrucksvollsten Sonnenbrände.
* Meistens gibt es 20 Meter neben dem populären Dorfstrand noch eine Bucht ohne Snackbars, Straßenverkäufer und mit steiler Treppe. Dafür ist der dann leer.
* Veganer in Portugal zu sein muss ganz schön anstrengend sein...


Batalha


* Wenn man ein Auto mit GPS bucht, sollte man nicht davon ausgehen, auch das Auto zu bekommen, welches man gebucht hat. Oder ein GPS. Oder einen aussagekräftigen Vertrag.
* Immer immer immer Medikamente und Kontaktlinsenzubehör ins Handgepäck machen! Denn: Geht der Koffer auf dem Hinflug verloren, sitzt man ganz schön in der Kakka.
* Lost Baggage Advice Teil II: Wenn der Pilot während des Fluges durchsagt, dass kein einziger Koffer mitgenommen wurde, empfiehlt es sich am Ankunfstflughafen zum Lost-and-Found-Schalter zu spurten. Sonst verbringt man die ersten 3 Stunden im Urlaubsland in einer sehr langsamen Schlange.

Lissabon/Alfama

Mosteiro dos Jerónimos (Lissabon)
Torre de Belém (Lissabon)

Coimbra

* Beim Sonnencreme-Kauf immer noch auf die Wasserfestigkeit achten! Denn ja: Es gibt tatsächlich immer noch Sonnencreme ohne. Und die läuft bei anstrengenden Wandertouren gerne in Sturzbächen an einem runter. Nicht sonderlich angenehm oder attraktiv.
* Wo auch immer auf der Welt du dich befindest, es gibt immer eine Reisegruppe mit einem Jüüürgeeeeeen.
* In Portugal kann man ganz hervorragend den Umgang mit Fischbesteck erlernen!
* Portwein geht immer.
* Als einziger Deutscher bei einem public viewing in Portugal, während Portugal haushoch gegen Deutschand verliert, empfiehlt es sich nur dezent zu jubeln. Am besten schweigend und mit geheimen Gesten.


Porto
Porto/Palácio da Bolsa

Porto
* Portugiesisches Bier heißt meistens "Super Bock" und schmeckt gar nicht so schlecht. Das Logo sieht aus wie das Lucky Strike Logo. Nur nicht irritieren lassen!
* Nirgends hat man so viel freie Bahn wie auf Portugals Autobahn.
* In Portugal kann man einfach alles finden: Prachtvolle Paläste, junge Universitätsstädte, Atlantik und Mittelmeer, Gebirge, Dürre, Wälder, Felsen, Wasserfälle und Badetümpel...und vieles davon kann man sich schon in 16 Tagen angucken.
* Die Entfernungen in Lissabon, Porto und Coimbra sind nicht so groß...wenn man auf die Stadtkarte guckt. In der Realität liegen meist 3-5 steile Hügelbesteigungen zwischen Punkt A und Punkt B.
* Portugisiesch klingt in meinen Ohren seltsam russisch...oder, ich habe einen russischen Radiokanal erwischt.

Tomar

Serra da Estrela

Batalha/Lissabon
Station Oriente (Lissabon)

Station Oriente (Lissabon)

Océanario Lissabon

Praca do Comércio/ Alfama (Lissabon)
Igreja de Sao Roque/ Bairro Alto (Lissabon)

* Kindle-Lesegeräte sind sooo ein gute Erfindung.
* Männer müssen beim Wandern immer vorne laufen. Da geht es scheinbar um Ehre oder so.
* Erfreulich wenig Mosquitos in Portugal! Und wenn welche da waren, haben sie sich auf meinen Freund gestürzt. Eine Weltpremiere.
* Wie man extra in ein fremdes Land fliegen kann, um dort dann nur am Hotelpool zu liegen und sich alle 40 Minuten zu wenden, ist mir relativ schleierhaft...
* Vom lederhäutigen Mann in roter Speedo am Stammstrand gelernt: Willst du rundum braun werden, darfst du dich niemals hinlegen oder -setzen!
* Überall sooo nette und hilfsbreite Menschen! Die für uns tausend Mal mit dem Flughafen telefonieren! Und uns die schönsten Wanderwege empfehlen und uns von gewissen Speisen auf der Karte abraten...ein Traum :)

Donnerstag, 5. Juni 2014

Come to Mama.


Ich bin zurückgekehrt aus dem Land der wandelnden Untoten, liebe Leute. Ich bin jetzt Ärztin. Wie meine Oma es beschreiben würde, habe ich das zweite Staatsexamen mit "Glanz und Gloria" abgeschlossen (naja, übertreiben wirs mal nicht, hust hust) und darf jetzt offiziell Patienten malträtieren. Nun ja, nicht ganz, erstmal muss ich noch meine Approbation beantragen (und dafür nochmal einen ordentlichen Batzen Geld löhnen), aaaber dann. Ich bin sehr erleichtert und stolz auf mich, weil ich entgegen meiner Befürchtungen diesmal nicht komplett durchgedreht und vor Psychostress und Schlaflosigkeit 6kg leichter geworden bin, wie damals beim ersten Staatsexamen. Es scheint, als hätte sich in den letzten Jahren doch irgendwas bei mir verändert. Nicht die schlechteste Entwicklung, finde ich, und klopfe mir selbst auf die Schulter :)

Da man ja nicht jeden Tag ein 6,5-jähriges Studium abschließt, habe ich mir in den letzten Wochen erstmal so richtig was gegönnt. Das Herzstück meiner Geldrausschmeißorgie seht ihr auf den Fotos: Meine erste richtige Spiegelreflexkamera! Die Canon EOS 600D. Ich bin tierisch verliebt und freue mich schon auf die vielen neuen Dinge, die ich übers Fotografieren, Objektive und Einstellungen lernen werde/muss. Die Fotos hier wurden mit der anderen Kamera aufgenommen (wer hätte damit gerechnet), die ich mir gekauft habe. Jawohl. 2 Kameras. Meine alte kleine Digitalkamera stammt nämlich aus dem Jahre ca. 2004 und macht Fotos der Qualität einer besseren Kartoffel, weshalb ich mir in den letzten Jahren für alle Gelegenheiten, bei denen ich eine kleine, nicht so teure Kamera brauchte (Backpacking und Konsorten), immer die meines Bruders geliehen habe. Jetzt nenne ich die Samsung WB800F mein Eigen und gedenke, sie auch demnächst intensiv einzusetzen. Deeeeenn: Ich gehe wieder auf Reisen! Ich wiederhole: Man wird ja nicht jeden Tag Ärztin. Und außerdem sieht man die schöne Studentenfreizeit niemals so schnell zwischen den Fingern zerrinnen wie jetzt gerade- und deshalb fliege ich nächste Woche mit meinem Freund nach Portugal. Und danach noch 5 Wochen mit einer Freundin nach Indonesien. Waaah ich freue mich so. Die unter Verarmungswahn leidende Studentin ohne konstantes Einkommen in mir sitzt gerade irgendwo in der Ecke und weint. Aber bald werde ich ja quasi rund um die Uhr arbeiten und dafür maaaassenweise Geld verdienen (oder so), damit versuche ich mich jedenfalls zu beruhigen.

Soviel zu meinem Update. Das soll jetzt keine Entschuldigung für meine seltenen Posts sein (danke der Nachfrage an alle, die nachgefragt haben! :)), aber zumindest eine Erklärung, warum es in den nächsten Wochen nicht mehr werden wird. Aber danach werde ich euch mit Urlaubsfotos zubombardieren und vielleicht kriege ich es auch hin, mal wieder ein paar Texte und Zeichnungen und andere Sachen hochzuladen. Da habe ich schon so lange Lust drauf. Noch ein klitzekleines Bisschen Geduld.

Ich hoffe euch allen geht es wunderbar! Und dass ihr die anstehenden Ferien auch für ein bisschen Urlaub nutzen könnt! Sommeeeer, endlich! Bis bald.