Sonntag, 14. April 2013

Fischgräten fürs Handgelenk.


Noch knapp eine Woche, und ich bin weg. In der Karibik, um genau zu sein. Dort werde ich die zweite Hälfte meines Chirurgie-Tertials verbringen und hoffentlich ganz ganz gaaaanz viel Freizeit haben, um die Insel zu erkunden, neue Leute zu treffen, am Strand zu liegen und ein bisschen Französisch zu sprechen. Weil ich ein ziemlich unsicherer Mensch bin und einen Großteil meiner Lebenszeit damit verbringe mir auszumalen, was alles schief gehen könnte, werde ich jetzt auch langsam immer nervöser und sehe mich schon auf der Hinreise in Paris verloren gehen und verzweifelt mit Einheimischen radebrechen, weil die Französischkenntnisse seit meinem Abitur anno 2006 ganz schön eingerostet sind. Tief in mir drin weiß ich aber, dass ich bestimmt eine super Zeit haben und dass alles gut laufen wird, so wie bisher auch immer. Trotzdem. So viel zu tun und nur noch so wenig Zeit! Unter anderem hat noch eine liebe Freundin von mir Geburtstag in der nächsten Woche. Und weil die mir zu meinem letzten Geburtstag eine richtig schicke Kette gebastelt hat, musste ich dieses Wochenende nachziehen und habe mich an einem Youtube-DIY für Fischgrät-Armbänder versucht. Das dazugehörige Tutorial findet ihr hier. Ist wirklich einfach und sieht meiner Meinung nach viel kunstvoller aus, als ich erwartet hätte (bei ca. 40 Minuten Arbeitszeit). Meine Materialen habe ich aus dem Bauhaus (Gliederkette) und aus der Idee (Velours-Band und Kettenverschluss), und ich habe mich ziemlich genau an das Video gehalten. Nur die Drehverschlüsse habe ich extra drangemacht, weil ich zu verknotende Armbänder irgendwie unpraktisch finde. Nächstes Mal benutze ich jedenfalls eine größere Zange, ich habe mir beim Zuschneiden der Kettenteile nämlich beinahe die Hände gebrochen...vielleicht hat der ein oder andere von euch ja Lust, auch mal selbstgebastelte Geschenke zu verteilen und lässt sich inspirieren? Die Youtube-Dame hat auch noch massenweise andere Tutorials, da lohnt sich ein zweiter Blick bestimmt!
So, und ich mache dann mal das Licht aus. Ist ja auch schon fast 11 Uhr (Rentnern for life, oh yeah.)


Freitag, 29. März 2013

Dinge, die Männern nicht passieren.


Ich bin Feministin. Vor meinem geistigen Auge sehe ich meine männlichen Leser, sofern es die  überhaupt gibt, aufstöhnen, die Augen verdrehen und panisch nach dem kleinen X im Tagfenster suchen- denn das Wort "Feminismus" löst selbst heutzutage noch äußerst merkwürdige Reaktionen hervor. Sogar bei Männern, die man ganz nüchtern betrachtet selbst als Feministen bezeichnen müsste. Ich weiß auch nicht, warum immer gleich alle an Achselhaare, Antimännerparolen und weibliche Bauarbeiter denken, wenn sie den Begriff hören, aus irgendeinem Grund ist es aber so. Ist mir egal. Ich finde das Konzept der rechtlichen Gleichtheit zwischen allen Geschlechtern halt ziemlich unterstützungswürdig. Natürlich sind Männer und Frauen nicht gleich und sollen es auch nicht werden. Überhaupt: Der bloße Versuch, die Menschheit in die Schubladen "männlich" und "weiblich" zu pressen entspricht ungefähr der Sinnhaftigkeit des Versuchs, Zeichentrickfilme gegen Spielfilme antreten zu lassen. Klar unterscheiden die sich deutlich voneinander, aber das heißt ja nicht zwangsläufig, dass alle Spielfilme ähnlich sein müssen. Es gibt Spielfilme über Liebe, Lungenkrebs, Krieg und das Paarungsverhalten von Bonobos. Die sind nicht alle gleich, zumindest würde ich das mal so postulieren (oder kennt jemand lustige Filme über Lungenkrebs?).
Ich kenne sehr viele Frauen, die komplett anders sind als ich. Ich kenne genauso Männer, die mir in Verhalten und Denkensweise sehr ähnlich sind. Ich denke, mein Gedankengang erschließt sich mittlerweile: Wir sind alle Menschen, wir sind alle unterschiedlich, und deshalb sollten wir versuchen, jedem Menschen mit der gleichen Basis an Respekt und Höflichkeit begegnen, bis sie uns einen Grund geben, dies nicht mehr zu tun.

Und genau aus diesem Grund regen mich manche Situationen, die ich Tag für Tag erlebe, ziemlich auf. Weil ich einfach nicht verstehe, warum es so viele Leute mich herum einfach nicht gebacken bekommen mit dem respektvollen Umgang. Damit das klargestellt ist: Ich bin die Letzte, die wegen irgendwelchen blöden Blondinenwitzchen gleich zum Aufsichtsrat rennt und die männlichen Kollegen als gemeine Sexisten anprangert. Ich meine: Ich arbeite momentan in der Chirurgie. Die Chirurgie ist immer noch eine sehr männlich dominierte Domäne, und unter den Ärzten gehört es beinahe zum guten Ton, beim Operieren dämliche Bemerkungen über ihre "Alte" zu machen und während des Rumschnippelns mit der OP-Schwester herumzushakern. Solange mich dabei keiner persönlich angeht, geht das vollkommen an mir vorbei, außerdem bin ich nicht auf den Mund gefallen und kann genauso dumme Sprüche bringen. In meinen Augen entwerten sich Leute einfach, wenn sie unlustig sind und ihre Ehefrauen beziehungsweise -männer nicht respektieren, fertig. (Das mit den Ehemännern habe ich pro forma eingefügt, da ich bisher noch keine Witze über den Ehemann zu Hause gehört habe). Ich lache mit, und zwar über diese enthirnte, klischeehafte "Männlichkeit", die da demonstriert wird. Da kann man im Endeffekt ja auch nur drüber lachen.

Vergleiche ich mich allerdings mit meinem Freund, der sich in momentan in genau der selben Situation befindet wie ich und wie ich tagtäglich in der Klinik herumläuft, dann muss ich doch einige große Unterschiede feststellen. Mein Freund hat noch von keinem seiner männlichen Kommilitonen gehört, dass die Oberärztin jedes Mal, wenn er assistieren musste, unter dem Tisch mit ihm gefüßelt hat. Ich kenne ein Mädchen, der genau das mit einem Oberarzt passiert ist. Mein Freund wurde noch nie unangenehm von älteren Patientinnen angeflirtet, als er versuchte, sie zu untersuchen. Mein Freund wurde noch nie gefragt, ob und wann er denn Kinder haben möchte. Er wurde noch nie von wildfremden Leuten auf dem Klinikgelände aus 50m Entfernung "Ey, Pfleger!!!" gerufen. All diese Situationen erleben ich und die anderen weiblichen PJler ständig. Eine Freundin wurde vom eigentlich ganz netten Oberarzt vor einem Kollegen als "seine Gespielin" vorgestellt. Ähm, what? Ich werde ständig (!) von Angehörigen und Patienten als "Schwester" angesprochen, obwohl ich das gleiche Outfit trage, sehr groß bin und mich genauso professionell ausdrücke wie mein Freund, der stattdessen immer, immer, immer der "Herr Doktor" ist (das war er schon im Pflegepraktikum, und nein, er ist noch keiner. Genauso wenig wie ich). Weil halt insbesondere bei älteren Patienten klar ist, dass junge Frauen einen niedrigeren Ausbildungsstand haben müssen als ebenso junge Männer. (Noch mal pro forma: Es ist nicht schlimm, dass mich jemand für eine Krankenschwester hält. Es fällt nur auf, dass keiner automatisch denkt, ich könnte die Ärztin sein.) Ich habe einfach keine Lust, ständig adäquat auf irgendwelche anzüglichen Sprüche von irgendwelchen Patienten oder  Ärzten reagieren zu müssen. Was sagst du denn, wenn der Assistenzarzt auf die Frage, wer ich eigentlich bin, antwortet: "Ach, ich habe sie heute morgen einfach gleich mal mitgebracht." Manchmal bleibt mir die Schlagfertigkeit halt einfach auch im Hals stecken. Und es ärgert mich einfach, dass mein Freund sich nicht mit solchen idiotischen Situationen rumschlagen muss. Warum eigentlich? Ach ja richtig. Ich habe lange Haare und Brüste. Argh.

Diese Ungleichheit besteht natürlich nicht nur im Krankenhaus, sondern eigentlich überall, wo wir uns bewegen. Und es nervt einfach, dass man diese Feststellung nicht offen äußern darf, sobald Männer in der Nähe sind. Da springt bei der Mehrheit der Kerle irgendein urtäumlicher Verteidigungsreflex an und schon muss man sich Theorien darüber anhören, warum betrunkene Frauen bei Junggesellinnenabschieden auch totale Sexistinnen sind und warum man gehirnamputierte Anmachen auf offener Straße eigentlich als Kompliment sehen und sich darüber freuen sollte, solange man solche Reaktionen noch hervorruft. Ich habe da wirklich keinen Nerv mehr für. Vielleicht sollte ich einfach irgendwann ein Realitätsexperiment starten und so eine total unangenehme alte Oma werden, die jungen Typen auf der Straße hinterherpfeift, "Geiler Arsch!" ruft und jedes Mal, wenn sie bei ihrem schicken jungen Hausarzt ist, diesem beim Blutdruckmessen den Oberschenkel massiert. Dann lungere ich auf Spielplätzen herum und beschimpfe jeden jungen Vater, den ich finde, warum er eigentlich keine Karriere gemacht und statt eines 911ers nur einen peinlichen Nissan fährt. Und wenn ich in den Blumenladen gehe meckere ich den Floristen voll und sage "Haben Sie hier nicht vielleicht auch eine weibliche Kollegin, die sich wenigstens auskennt?!" Obwohl- wieso bis ins hohe Alter warten? Eigentlich habe ich auch jetzt schon sexuelle Bedürfnisse und bescheuerte Vorurteile, die geäußert werden wollen.

Ach nein. Stimmt ja. Sowas wäre mir viel zu peinlich.

Montag, 18. März 2013

Life has a gap in it.




Wenn ich beschreiben müsste, welche Art von Filmen ich am allerliebsten habe, könnte ich das gar nicht richtig definieren. Die dem am nächsten kommenden Adjektive wären wohl merkwürdig, faszinierend, echt. Vor allem echte Filme mag ich sehr. Also solche, bei denen man die ganze Zeit „Ja!! Genau so habe ich das gemeint!!“ rufen möchte, weil man das Gefühl hat, da wurde die eigene Gedanken- und Gefühlswelt auf die Leinwand übertragen. Das ist dann ein bisschen so wie das Gefühl, das man bekommt, wenn jemand anders eine Serie liebt, von der man dachte, keiner kennt sie. Oder der exakt die gleichen Probleme hat wie man selbst, obwohl man bisher dachte, man sei damit ganz allein auf der Welt. Wenn man sich plötzlich verstanden fühlt. Die Art von Filmen liebe ich. Und deshalb liebe ich auch „Take this Waltz“ mit Michelle Williams, Seth Rogen und Luke Kirby. In dem Film sind sie Margot, Lou und Daniel. Margot und Lou sind ein sehr glücklich verheiratetes Ehepaar, bei dem sich allerdings inzwischen der Alltag eingeschlichen und auch ziemlich breit gemacht hat. Dass sie sich lieben und vertrauen, ist klar- dass Margots Verführungsversuche aber immer häufiger an Lous Lethargie scheitern und sie sich teilweise im Restaurant gar nichts mehr zu erzählen haben, weil sie eh schon alles voneinander wissen, stört vor allem Margot immer häufiger. Auf einem Flug lernt sie Daniel kennen, der sich als ihr und Lous direkter Nachbar entpuppt. Daniel wird in Margots Vorstellung zu all dem, was ihr bei Lou inzwischen fehlt: Aufregung, Spannung, Ungewissheit, Erotik, kurz gesagt- der personifizierte Reiz des Unbekannten, eben. Margot will Lou auf keinen Fall verlieren- auf der anderen Seite ist sie aber genauso wenig dazu bereit, die Flirterei mit Daniel aufzugeben.  Und mit der Zeit wird die „Was wäre wenn“-Frage in Margots Kopf immer lauter. Stellt sich nur die Frage, ob und wie sie aus dieser Zwickmühle wieder schadlos entkommen kann?

Der Film schlägt bei mir genau in die Kerbe, was keinen überraschen dürfte, der meinen Blog im letzten Jahr gelesen hat. Und nicht nur thematisch hat der Streifen einiges zu bieten- Michelle Williams ist einfach wahnsinnig überzeugend und als Margot eine dermaßen reale und nachvollziehbare Persönlichkeit, dass man denkt, sie würde sich in Wirklichkeit einfach selbst darstellen. Seth Rogen passt perfekt in die Rolle des liebsten, aber leider auch etwas zu bequemen Ehemanns der Welt- was mich im Gegensatz zu so manchem Kritiker („Uäääh, Seth Rogen soll bitte nur Comedy machen, buhu“) überhaupt nicht überrascht hat. Ich dachte schon seit „Freaks and Geeks“, dass der Mann Potential hat. Und siehe da: Ich hatte Recht!  Jeder, der sich von meiner Beschreibung hat anlocken lassen: Gebt dem Film eine Chance! Er ist auch nicht nur tragischromantisch, sondern stellenweise auch sehr witzig (Wassergymnastik, oh ja). Und er enthält eine der erotischsten Szenen mit zwei vollständig bekleideten, sich nicht berührenden Schauspielern, die ich seit langem gesehen habe. Und wer immer noch nicht überzeugt ist: Sarah Silverman ist auch dabei! Na bitte.

Sonntag, 3. März 2013

Lasst mich Arzt, ich bin durch.




Es ist etwas still hier in letzter Zeit, warum das so ist, habe ich ja schon im letzten Post angedeutet: Nach einem halben Jahr Doktorarbeit mit freier Zeiteinteilung (aufstehen, wann ich will, arbeiten, wann ich will, Party machen, wann ich will) habe ich letzten Montag mein Praktisches Jahr angefangen. Falls jemand nicht weiß, was das ist: Das PJ ist das letzte Jahr im Medizinstudium, und man verbringt es zu einem Drittel in der Chirurgie, zu einem Drittel in der Inneren Medizin, und zum letzten Drittel dort, wo man will. Man zieht sich seinen Kittel an, begibt sich auf Station und tut so, als sei man schon Arzt. Natürlich hat man noch nicht so viele Rechte und Pflichten wie richtige Ärzte, aber prinzipiell ist das PJ schon so gedacht, dass man alles, was man in den Jahren zuvor theoretisch gelernt hat, auch mal live sehen und Teile davon auch schon mal anwenden kann. Ein Arzt-Praktikum, sozusagen. Bevor man auf die Menschheit losgelassen und es richtig ernst wird.

Ich habe mit dem Chirurgie-Tertial angefangen und muss jetzt deshalb 16 Wochen lang jeden Morgen um Viertel vor 6 aufstehen. Das allein ist nicht so schlimm- blöder ist die Tatsache, dass ich sowieso keine Chirurgin werden möchte und mich in meinem bisherigen Studentenleben auch exakt so verhalten habe- kurz gesagt habe ich noch nie länger als 2 Stunden im OP gestanden und wenig bis gar keine chirurgischen Tätigkeiten durchgeführt. Das wirkt dann halt doch ein bisschen komisch, wenn man nach 5 Jahren Medizinstudium ins Krankenhaus kommt und zugeben muss, noch nie eine Wunde zugenäht zu haben.  Auch wirkt es auf gestandene Chirurgen befremdlich, wenn die Studentin nach ein paar Stunden im OP regelmäßig zusammenklappt (Mundschutz vorm Gesicht, warme OP-Kittel, bewegungsloses Stehen und Kraft ausüben in teilweise unmöglichen Positionen…nicht gut für meinen Kreislauf!) und den Assistenzarzt deshalb als erstes nach den Kompressionsstrümpfen fragt. Immerhin bin ich ein generell allen Fachrichtungen gegenüber aufgeschlossener Mensch und kann mich deshalb für fast jeden Scheiß begeistern, also in begrenztem Maße auch für Chirurgie.

Umso beängstigender finde ich, was mir schon jetzt mehr als deutlich aufgefallen ist: Ich kann mich trotz ehrlich vorhandenen Interesses an fast nichts erinnern, was ich in den letzten Jahren gelernt habe. Ich bin sicher, das ist übertrieben und ich weiß heute viel mehr als noch vor 2 Jahren…aber dieses ganze Klausurwissen, das ich irgendwann mal akquiriert habe, nutzt mir momentan rein gar nichts. Ich weiß, es muss irgendwo in meinen Gehirnwindungen verstaut sein- ich weiß bloß nicht wo. Das Problem am Medizinstudium ist nämlich folgendes: Es ist eine unheimlich große Menge Stoff, die man sich da regelmäßig in ziemlich kurzer Zeit ins Hirn prügeln muss. Das kriegt man irgendwann auch problemlos hin- der Haken ist bloß, dass man einfach nichts auf lange Sicht lernt und das Klausurwissen spätestens nach dem zweiten Juhu-Bestanden-Bier auch schon wieder verflogen ist. Vor mehr als 2 Jahren wusste ich mal ziemlich viel über Hauterkrankungen, HNO-Untersuchungsmethoden und bakterielle Infektionen aller Art- heute kann ich noch nicht mal mehr irgendeinen lächerlichen Hautausschlag präzise beschreiben. Warum sollte ich auch? Ich musste es seit 2 Jahren nicht mehr tun. All das war mir auch schon vor 2 Monaten klar- aber im PJ bekommt man sein eigenes Unwissen halt alle 5 Minuten vor die Stirn geklatscht. Man nimmt einen Patienten auf und hört ein merkwürdiges Atemgeräusch- Mist, wie muss man das jetzt wieder beschreiben? Der Oberarzt fragt nach einem anatomischen Detail- ich stottere rum und denke, dass mein 3 Jahre jüngeres Ich mich in diesem Moment hart auslachen würde, weil ich so eine Pipi-Frage nicht beantworten kann. Ich höre von den Anderen und ihren Erlebnissen aus der Nephrologie und kann zu Nierenerkrankungen…so ziemlich gar nichts mehr sagen.

Das ist ganz schön beängstigend. Weil: In etwas mehr als einem Jahr werde ich als Assistenzärztin dastehen. Und dann kann ich nicht mehr irgendeinen Arzt antippen und ihn fragen, wie und was ich jetzt tun soll. Dann muss ich das selber können. Klar sind die Ärzte, die jetzt um mich herumwuseln, auch in gewisser Weise Fachidioten und könnten mir auch nichts mehr erklären, wenn ich sie zu irgendeinem vollkommen unterschiedlichen Fachbereich ausquetschen würde. Aber momentan sollte ich halt noch alles können. Stattdessen kann ich nichts.

So negativ das jetzt alles klingt: Eigentlich bin ich bisher positiv überrascht und habe mehr Spaß als erwartet. Allerdings habe ich auch viel mehr Arbeit als bisher erwartet, deshalb wird es hier in nächster Zeit vermutlich etwas ruhiger zugehen. Insbesondere weil ich jetzt im Wohnheim in einer neuen Stadt wohne und keinen Scanner mehr zur Verfügung habe…meine Kamera ist aber noch da. Und meine Stifte und mein Tablet auch. Und eigentlich bin ich hochmotiviert, auch weiterhin zu schreiben und zu fotografieren und neben dem Studium ein bisschen zu leben. Deshalb hoffe ich sehr, dass ich mich nach ein paar Wochen an die neue Situation gewöhnt haben werde und abends nicht mehr wie die absolute Seelenqualle durch die Gänge wabere :-) Bis dahin: Habt ein bisschen Geduld mit mir! Bald sind die Batterien bestimmt wieder voller.